Sparkasse Düren  

Baufi-Interview, Teil 2: „Möglichst lange von diesen vorteilhaften Konditionen profitieren.“

von Oliver Schmitz-Kramer am in Allgemein, SKDN informiertKommentieren

Im ersten Teil des ‚Baufi-Interviews‘ erklärte Ernst Leeser, Leiter der Abteilung Baufinanzierung bei der Sparkasse Düren, warum man den Traum vom Eigenheim nicht auf die lange Bank schieben sollte. Im zweiten Teil stellt er verschiedene Formen der Finanzierung vor, erläutert welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und worauf beim Immobiliendarlehen zu achten ist.

 

Frage: Der Entschluss steht: Die eigenen vier Wände sollen her. Welche Voraussetzungen sollten vorhanden sein?

Ernst Leeser: Die wenigsten haben die Möglichkeit, das eigene Haus, die eigene Wohnung rein aus Eigenkapital zu erwerben. Die Alternative ist, das Wohneigentum zu finanzieren – wobei auch hierbei ein gewisses Eigenkapital ratsam ist.

 

Als Faustregel gilt: Mindestens 20 Prozent der Bausumme sollten durch Eigenkapital gedeckt sein. In jedem Fall aber sollten die anfallenden Nebenkosten aus Eigenkapital gezahlt werden können. Diese liegen mittlerweile bei rund 12 Prozent der Bausumme, wenn ein Makler eingeschaltet ist, bzw. bei etwa 8,5 Prozent ohne Makler.

 

Darüber hinaus ist natürlich ein sicheres und geregeltes Einkommen Grundvoraussetzung für eine Finanzierung.

 

Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

Die erste Möglichkeit ist die Finanzierung bei Ihrer Hausbank, z.B. die Sparkasse Düren. Wir sind im Kreis Düren übrigens die Nr. 1 in Sachen Baufinanzierung.

 

Darüber hinaus gibt es einige staatliche Förderprogramme, die von bestimmten Personengruppen oder für gewisse Baumaßnahmen in Anspruch genommen werden können. Dazu gehören z.B. Zuschussprogramme bzw. Förderkreditmaßnahmen der KfW. Auch diese werden über die Hausbank abgewickelt.

 

Zudem kann auch Wohn-Riester interessant sein. Dies ist allerdings keine direkte Form der Immobilien-Finanzierung, sondern soll eher dabei unterstützen. Grob gesagt zahlt der Staat hierbei Zulagen, durch welche die durch die Kreditraten entstehende finanzielle Belastung verringert oder die Tilgung erhöht wird.

 

Die Aufwendungen für einen Riester-Bau­spar­vertrag können als Sonder­ausgaben steuerlich abgesetzt werden – bis 2.100 Euro im Jahr. Auch staatlich Förderung ist möglich: Jeder Riester-Sparer erhält jährlich eine Zulage von maximal 154 Euro auf seinen Riester-Bau­spar­vertrag. Zusätzlich gibt es eine jährliche Kinder-Zulage von bis zu 300 Euro. Wer jünger als 25 Jahre alt ist, bekommt außerdem einen einmaligen Starter-Bonus von 200 Euro.

 

Was genau umfassen die Maßnahmen der KfW? Wer kann sie in Anspruch nehmen?

Bei der KfW können Zuschussprogramme in Anspruch genommen werden. Diese Zuschüsse unterstützen bspw. die Erreichung bestimmter energetischer Vorgaben bei Neubau oder Modernisierung von Bestandsimmobilien.

 

Worauf sollte ich bei der Finanzierung achten, Stichwort Tilgungsfalle?

Bei dem aktuell niedrigen Zinsniveau ist es sinnvoll, einen Kredit mit entsprechender Zinsbindung abzuschließen, um möglichst lange von diesen vorteilhaften Konditionen zu profitieren.

 

Neben der langfristigen Zinsbindung sollte man auch die Tilgung an das niedrige Zinsniveau anpassen. Die Tilgung sollte 3 oder mehr Prozent betragen. Dadurch ist nach Ablauf der Zinsbindung bereits ein größerer Teil des Darlehens abbezahlt. So werden die Auswirkungen abgemildert, sollte später das allgemeine Zinsniveau wieder deutlich über dem heutigen liegen – was gar nicht so unwahrscheinlich ist, wenn man die historischen Werte betrachtet.

 

Gibt es einen Richtwert, wie viel Prozent des Nettoeinkommens man für die Finanzierung und Tilgung der Immobilie einsetzen sollte?

Eine Faustregel gibt es dabei nicht. Wir setzen für bestimmte Personenhaushalte Lebenshaltungskosten an, die abhängig sind  vom vorher zur Verfügung stehenden Einkommen. Dabei gilt: Mit steigendem Einkommen steigen auch die Lebenshaltungskosten. Diese ermittelt der Berater zusammen mit den Kunden und schaut, wie hoch die Finanzierungssumme insgesamt bzw. die Tilgungsraten dann sein sollten.

 

Aus meiner Sicht gilt: Die Lebensqualität darf nicht durch die Hausfinanzierung beeinträchtigt werden. Denn sonst macht irgendwann das Haus keinen Spaß mehr.

 

 

 

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