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Karl Fred Dahmen Ausstellung in Düren: Tagebau als Inspiration

von Oliver Schmitz-Kramer am in SKDN für die RegionKommentieren

Ausstellung zu Karl Fred Dahmen in Düren

Erneut können sich Kunstfreunde im Kreis Düren auf eine Ausstellung eines bedeutenden deutschen Künstlers freuen: Vom 24.09. – 26.11.2017 zeigt das Leopold-Hoesch-Museum unter dem Titel „Das Prinzip Landschaft“ zahlreiche Werke von Karl Fed Dahmen, einem der wichtigsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Karl Fred Dahmen wurde 1917 in Stolberg geboren, hat bis in die 1960er Jahre dort gelebt und ist somit mit der Region um den Kreis Düren eng verbunden.

 

Die Ausstellung zum 100. Geburtstag des Künstlers ist eine Kooperation des Leopold-Hoesch-Museums mit dem Museum Küppersmühle in Duisburg. In der Papierstadt Düren liegt der Schwerpunkt auf dem grafischen Werk Dahmens. Insgesamt rund 50 Blätter sind zu sehen. Daneben aber auch die imposanten und berühmten Galgenbilder, Schaukästen und einige Leinwandarbeiten, die in Stolberg entstanden sind. In diesen hat sich Dahmen vor allem von der hiesigen Tagebaulandschaft inspirieren lassen.

 

Karl Fred Dahmen: „Ich male die Landschaft nicht. Ich mache sie.“

„Karl Fred Dahmen hat einmal gesagt: Ich bin Landschaftsmaler“, erzählt Thomas Weber, Autor des Werkverzeichnisses Dahmens. „Er hat auch gesagt: Ich male die Landschaft nicht. Ich mache sie.“ Die Bedeutung dieser Aussage wird beim genauen Blick auf die Leinwandarbeiten aus der Stolberger Zeit deutlich. In diesen hat er nicht nur die Farben der Kulturlandschaft übernommen, sondern die gesamte Ästhetik: „Er hat sich von der erdigen Struktur der Tagebaulandschaft inspirieren lassen und diese in formaler, struktureller Weise in seinen Gemälden umgesetzt“, erläutert Ina Hesselmann, die die Ausstellung mit konzipiert hat.

 

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Landschaft zieht sich wie ein roter Faden durch das Œuvre Karl Fred Dahmens. Als er Ende der 1960er Jahre in den Chiemgau zieht, stürzt ihn das Natur-Idyll in eine Schaffenskrise, nachdem ihn in Stolberg die durch den Menschen geformte Umgebung kreativ angeregt hatte: „Was soll ich in dieser Bilderbuch-Landschaft tun? Alles ist nur weiß im Winter oder grün im Sommer“, zitiert Thomas Weber den Künstler.

 

Doch bereits nach kurzer Zeit entdeckt Dahmen in seiner neuen Heimat zwei weitere Themenfelder, mit denen er sich künstlerisch auseinandersetzt. „Er hat sich damit befasst, wie sich unsere Luxusgesellschaft entwicklet hat, wie leicht wir Dinge einfach wegwerfen“, so Weber. Dazu hat Karl Fred Dahmen Fundstücke vom Sperrmüll und Schrottplatz in seinen Montagebilder und Schaukästen verarbeitet.

Galgenmonatgebild Karl Fred Dahmen - Ausstellung Düren

 

Künstlerische Kritik an „Wegwerf-Gesellschaft“ und Nutztierhaltung

Ein weiteres Thema: In unmittelbarer Nähe seines Hauses befanden sich auf derselben Anhöhe zwei Bauernhöfe. Dort hat er gesehen, dass die Kühe im Stall stets an sogenannten Galgen festgebunden waren. Dies inspirierte Karl Fred Dahmen dazu, eine Serie von Galgenkästen und Galgenmontagebildern zu schaffen. „Damit hat er sich kritisch mit der Tatsache beschäftigt, dass der Mensch das Tier nur als Nutztier hält“, stellt Thomas Weber, Miteigentümer der Galerie Boiserée in Köln, heraus, was hinter diesen eindrucksvollen und bekannten Kunstwerken steckt.

 

„Wir freuen uns sehr, dass wir – gemeinsam mit dem Museum Küppersmühle – die größte Ausstellung zu Karl Fred Dahmen zeigen. Diese vereint Grafik, Gemälde und Collagenbilder und feiert den 100. Geburtstag des regional so wichtigen Künstlers“, zeigt sich die Museumsdirektorin, Dr. Renate Goldschmidt, sehr erfreut.

 

„’Mit Karl Fred Dahmen – Das Prinzip Landschaft‘ holt das Leopold-Hoesch-Museum einen wichtigen deutschen Künstlers mit regionaler Verbundenheit nach Düren – das unterstützen wir als Sparkasse Düren gerne“, erklärt Dr. Gregor Broschinski, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Düren. Die Zusammenarbeit und die Förderung des Leopold-Hoesch-Museums durch die Sparkasse Düren hätten eine lange und erfolgreiche Tradition. „Die Kunst- und Kulturarbeit ist ein wichtiger Faktor für unsere gesellschaftliche Entwicklung. Und der Gesellschaft hier im Kreis Düren fühlen wir uns als Sparkasse besonders verpflichtet. Daher unterstützen wir die regionale Kunst- und Kulturarbeit.“

 

Markus Lüpertz: Ein Geschenk für das Rheinland und zwei Geschenke für Linnich

So wie bereits im vergangenen Jahr, als das Glasmalerei Museum in Linnich einen echten Höhepunkt im Kultur-Kalender des Kreises Düren setzte – nicht zuletzt auch dank der Unterstützung der Sparkasse Düren. Mit der Ausstellung „Markus Lüpertz wird 75. Ein Geschenk für das Rheinland“ zeigte das in Deutschland einzigartige Museum nicht nur einen Überblick über sein glasmalerischen Schaffen. Markus Lüpertz, einer der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart, spendete dem Museum für die Ausstellung zwei monumentale Glasgemälde und ließ es sich zudem nicht nehmen, die Ausstellung – einen Tag vor seinem 75. Geburtstag – selbst zu eröffnen.



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